DM 2009 - Bericht von Juliane Bender in Köln Nachrichten PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 22. Juli 2009 um 04:48 Uhr

Im Abendlicht der Sonne, die am Ende eines doch recht verregneten Tages noch einmal ihre Strahlen über die glitzernde Wasseroberfläche des Escher Sees schickte, konnte sich ein Team am Samstagabend schon über ein erfolgreiches Turnier freuen. Die Damenmannschaft des „SRS Pro Sportler“ aus Hassbergen ging mit einem Sieg

gegen den „FFC ein’ im Tee“ nach dem ersten und für die Frauen einzigen Turniertag als Deutscher Meister vom Platz. Die Finalistinnen, die auf dem Rasen sonst Regionalliga spielen, hätten sich in einem sehr fairen Spiel auf ausgesprochen gutem Niveau ein spannendes Finale geliefert, fasste Kristof Dirkes zusammen, der die Marketingleitung beim Deutschen Beach Soccer Verband innehat und selbst als Torwart beim Verein „BSC Beachdribbler Düsseldorf“ spielt.

Frei nach dem Motto „Bei Regen kommt das bessere Publikum“ zeigte sich die für Beachsportarten typische Resonanz bei Nicht-Beachwetter: Aufgrund häufiger Schauer und Wind blieb die Zuschauerzahl mit ca. 300 deutlich unter den Erwartungen der Veranstalter. Das tat der Begeisterung einiger lautstark mitfiebernden Fans aber keinen Abbruch. Beim Finale der Männer am Sonntagnachmittag erreichte die Stimmung zusammen mit dem Wetter ihren Höhepunkt. „Lords of the Ball“ und „SG Lari Fari“ waren erfolgreich aus den Halbfinals hervorgegangen und standen sich nun im Endspiel gegenüber. Harald Gracholski, eigentlich Nationalspieler im Beach Soccer und an diesem Sonntag „Aushilfe“ im Team Lords of the Ball, bekräftigte noch kurz vor dem Spiel seinen Siegeswillen: „Jetzt, wo wir im Finale sind, müssen wir das Ding auch gewinnen.“ Die beiden Teams zeigten eine hart umkämpfte, ehrgeizige Partie um den begehrten Pokal. Zahlreiche Angriffe wurden durch weite Einwürfe von den Torwarten eingeleitet und mit Fall- oder Seitfallziehern, Kopfbällen und ähnlichem zum Torschuss gebracht. Der SG Lari Fari, der in letzter Minute noch einen Freistoß zum 5:5 verwandelte und sich somit in die Verlängerung rettete, unterlag den Lords of the Ball jedoch nach einigen Minuten durch das Golden Goal der Ibbenbürener.

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Das Beach Soccer unterscheidet sich von seinem großen Bruder, dem herkömmlichen Fußballsport, in zahlreichen Punkten. Zum einen wird mit nur fünf Spielern pro Team auf einem deutlich kleineren Spielfeld gespielt. Dadurch entsteht ein sehr schnelles Spiel mit hoher Intensität, vielen Zweikämpfen und einer oft zweistelligen Torbilanz. „Alle 20 bis 30 Sekunden gibt es eine Torszene“, erläuterte Veranstalter Toni Schneider. Die hohe Intensität ist nicht zuletzt der Grund für fliegende Spielerwechsel; ohne Spielunterbrechung erlauben sie häufige Einwechselungen ausgeruhter Spieler, die das Tempo hochhalten. Die offizielle Spielzeit liegt bei dreimal zwölf Minuten, die im Turniermodus aber oftmals gekürzt wird. Noch eine Besonderheit: Im Beach Soccer gibt es keinen Streit über Abseits oder nicht, denn man hat im Regelwerk einfach ganz auf diesen Paragrafen verzichtet.

Der Sport kommt ursprünglich von den Stränden Südamerikas, wo seit ca. 40 Jahren auch offizielle Wettkämpfe stattfinden. Seit 1997 gibt es diese Variation des klassischen Fußballs in Deutschland und ihre Beliebtheit steigt stetig an, was sich in der jedes Jahr wachsenden Anzahl deutscher Teams widerspiegelt. Während es in Hessen, Berlin und im Saarland bereits Landesmeisterschaften gebe, sei für nächstes Jahr die Etablierung einer bundesweiten Premiumleague angestrebt, teilten die Veranstalter Köln Nachrichten mit. Auf die Kooperation mit dem DFB könne man sich dabei aber noch nicht verlassen, so der Marketingleiter Dirkes. Es hänge vielmehr von potentiellen Sponsoren ab, ob dieses Ziel erreicht wird, ergänzt er.

Die Siegerteams wurden von Manfred Wolf geehrt, die an die platzierten Mannschaften Medaillen und an Lords of the Ball den Pokal überreichten. Freuen konnten sich die Gewinner der Damen und die der Herren auch über eine Siegesprämie in Höhe von 500 Euro pro Team, das Lob der städtischen Vertreter inklusive. „Sie haben an diesem Wochenende Werbung für ihren Sport gemacht“, lobte der dritte Bürgermeister der Stadt und Vorsitzende des Kölner Sportausschusses. Insgesamt sei das Event bei den Organisatoren vor allem wegen der Örtlichkeiten gut angekommen. „Die Anlage ist perfekt“, sagt der an der Organisation beteiligte Dirkes ohne Umschweife. Auch die Aktiven freuten sich darüber, dass man auf zwei Plätzen und somit längere Partien als noch im Vorjahr spielen konnte. Trotzdem sei man wie in der Vergangenheit für das kommende Jahr wieder auf der Suche nach einem anderen Standort, so Schneider, und wolle allem Werben der Stadt und des Beachclubbetreibers widerstehen.

Juliane Bender - Köln Nachrichten